Linz: Anders als erwartet | railtour Reiseblog
- 04.05.2026
- Team railtour
Linz ist eine Stadt, um sich treiben zu lassen. Hier steckt hinter jeder Ecke Unerwartetes. Darum sollte man nicht einfach stur dem Navi folgen, sondern einfach mal der Nase nach gehen. Weil sich Umwege in Linz auszahlen. Wer akzeptiert, dass er vom Weg abgekommen ist, kann beruhigt die Füsse in den Sand stecken.
Dabei lässt sich, je nachdem auf welches Ufer man sich verlaufen hat, die Sonne bis in die Abendstunden geniessen oder der Kopf ins Wasser tauchen. Im Zweifelsfall einfach beide Seiten besuchen. Linz kann nämlich auch ganz schön entspannt sein. Wer lieber nicht herumirrt und immer auf Schiene bleiben möchte, muss ihnen einfach nur folgen. Oder steigt direkt ein.
Eins, zwei oder drei? Oder vier? Sind hier alle richtig. Weil vieles in Linz in der Nähe der Landstrasse ist. Und auch alle entlangfahren.
Veränderung, aber mit Stil
Linz hat Geschichte. Vom barocken Hauptplatz durch die Altstadt bis hin zur grössten Kirche Österreichs. Jedoch hat die Stadt keine Angst vor Veränderung. Und genau das macht den Reiz aus. Weil hier nicht nur das alte Schloss erhalten bleibt und die zerstörten Mauern restauriert, sondern etwas Neues erschaffen wurde. Historische Gebäude werden aber keineswegs abgerissen, es entsteht viel mehr eine Fusion aus Vergangenheit und Zukunft.
Genauso wurden auch die alten Hallen der Tabakfabrik nicht einfach abgerissen. Sie mussten zwar neuen Gebäuden weichen, doch blieb der Kern der ehemaligen Zigarettenfabrik erhalten und wurde mit Zukunft gefüllt. Start-Ups, Gastro und Kunstdepots hauchen dem Standort neues Leben ein und machen ihn zum Zentrum der Kreativwirtschaft.
Grüne Stahlstadt
Linz hat den Beinamen Stahlstadt. Warum das so ist, kann man in der voestalpine Stahlwelt entdecken, die Mitte des Jahres neu eröffnet. Bei einer Werkstour bekommen Besucher:innen einen Einblick in die Produktion.
Dass Linz trotzdem keine graue Industriestadt ist, sieht man auf der Karte. Die voestalpine ist in fast allen Richtungen mit Natur eingekreist — ob Traunauen, Wasserwald oder Donau — die ganze Stadt ist voll mit grünen Erholungsgebieten. Manche sogar mit Ausblick, wie etwa der Freinberg mit der Franz-Josef-Warte. In Sachen Aussicht ist der Pöstlingberg aber die klare Nummer Eins. Nicht nur die Basilika und die Grottenbahn sind sehenswert, von oben blickt man über die ganze Stadt.
Von Strassenkunst bis Zukunftsmusik
Die Innenstadt wird übers ganze Jahr immer wieder zum Festivalgelände. Ob beim Pflasterspektakel, bei dem Strassenkünstler:innen die Stadt belagern, beim Crossing Europe Filmfestival oder Musik bei Stream Festival, AhoiPop! und Krone-Fest. Weil nicht nur in Musiktheater, Posthof und Brucknerhaus die Musik spielt, aber schon auch.
Und wenn das Ars Electronica Festival stattfindet, kann man in Linz einen Blick in die Zukunft werfen. Das Brucknerfest bildet den musikalischen Abschluss des Festivalsommers und lockt Klassikbegeisterte in die Stadt.
Echt statt aufgesetzt
In Linz gibt es nicht den touristischen Teil und die Geheimtipps der Bewohner:innen. Man sitzt nicht in der Touri-Bar, sondern dort, wo auch Einheimische ihren Kaffee trinken, mittags essen oder abends bleiben. Genau das macht es so leicht, anzukommen.
Linz fühlt sich nicht wie eine Kulisse an. Eher wie eine Stadt, die einen nicht andauernd daran erinnert, dass man zu Besuch ist. Hier wird Neugier belohnt. Nicht mit künstlichen Highlights, sondern mit der Freiheit, den eigenen Weg zu finden: durch Altstadt und Zukunft, über Brücken, an der Donau entlang, hinauf zu Ausblicken, oder einfach dorthin, wo gerade das Leben passiert.