Kleine Zugabenteuer in Spanien | railtour Reiseblog
- 02.06.2026
- Team railtour
Spanien kann laut, sonnig und weltberühmt sein: Barcelona, Madrid, Sevilla oder Valencia kennt fast jeder. Doch oft beginnt das eigentliche Abenteuer erst, wenn man in den Zug steigt und die grossen Städte hinter sich lässt.
Zwischen mittelalterlichen Türmen, tiefen Schluchten, stillen Klöstern, Wasserfällen und endlosen Olivenhainen warten Orte, die überraschend nah liegen und doch wie eine ganz andere Welt wirken. Wer Spanien entschleunigt entdecken möchte, findet auf diesen fünf Bahnstrecken kleine Zugabenteuer voller Kultur, Natur und Geschichte.
Mit dem Zug zu Spaniens verborgenen Orten
Der Zug gehört zu den entspanntesten und nachhaltigsten Arten, ein Land zu entdecken. Während draussen Landschaften vorbeiziehen, wird schon die Anreise Teil des Erlebnisses. Gerade in Spanien führen viele Bahnverbindungen nicht nur in die bekannten Metropolen, sondern auch zu weniger besuchten Orten, die sich ideal für einen Tagesausflug oder eine kurze Verlängerung der Reise eignen.
Von Valencia nach Teruel, von Madrid nach Cuenca, von Barcelona nach Montserrat, von Bilbao nach Orduña und von Sevilla nach Jaén: Diese Strecken zeigen Spanien von einer ruhigeren, überraschenden Seite.
Von Valencia nach Teruel
Von Valencia aus erreicht man Teruel je nach Verbindung in rund zweieinhalb Stunden mit dem Zug. Schon die Fahrt ins Landesinnere zeigt ein anderes Spanien: weiter, stiller und weniger bekannt als die Küstenregionen.
Teruel ist einer der wichtigsten Orte der Mudéjar-Architektur, einem arabisch geprägten mittelalterlichen Baustil der Iberischen Halbinsel. Die Türme und Bauwerke der Stadt gehören zum UNESCO-Welterbe und prägen bis heute das historische Stadtbild.
Neben der besonderen Architektur lohnt sich ein Spaziergang durch die Altstadt. Sehenswert sind unter anderem das Mausoleum der berühmten «Liebenden von Teruel», das Bogen-Aquädukt und die elegante Promenade Paseo del Óvalo. Teruel ist ein ideales Ziel für alle, die Spanien abseits der klassischen Reiserouten entdecken möchten.
Von Madrid nach Cuenca
Madrid ist ein perfekter Ausgangspunkt für Ausflüge mit dem Zug. Neben bekannten Weltkulturerbe-Städten wie Toledo oder Segovia lohnt sich besonders die Fahrt nach Cuenca. Mit dem Hochgeschwindigkeitszug AVE erreicht man die Stadt je nach Verbindung in rund einer Stunde.
Cuenca beeindruckt schon durch ihre Lage: Die Altstadt thront spektakulär zwischen den Schluchten der Flüsse Júcar und Huécar. Besonders bekannt sind die «Hängenden Häuser», die scheinbar über dem Abgrund schweben und zu den eindrücklichsten Fotomotiven der Stadt gehören.
Auch kulturell hat Cuenca viel zu bieten. Die Kathedrale, die Plaza Mayor und das Museum für zeitgenössische Kunst, das in einem ehemaligen Kloster aus dem 17. Jahrhundert untergebracht ist, machen die Stadt zu einem abwechslungsreichen Ausflugsziel. Wer Madrid mit einer unerwarteten Entdeckung kombinieren möchte, ist hier genau richtig.
Von Barcelona nach Montserrat
Nur rund eine Stunde von Barcelona entfernt erhebt sich das Gebirge Montserrat. Seine gezackten Felsformationen sind schon von weitem zu erkennen und machen den Ort zu einem der eindrücklichsten Ausflugsziele Kataloniens.
Die Anreise ist bereits Teil des Erlebnisses. Ab Barcelona führt der Nahverkehrszug Richtung Montserrat. Wer an der Station Montserrat-Aeri aussteigt, fährt mit der Seilbahn hinauf zum Kloster. Wer lieber die Zahnradbahn nimmt, steigt eine Station später in Monistrol de Montserrat aus.
Oben angekommen warten das berühmte Benediktinerkloster, eindrückliche Felslandschaften und ein weiter Blick über Katalonien. Montserrat verbindet Natur, Spiritualität und Bahnerlebnis auf besonders schöne Weise — ideal für einen Tagesausflug ab Barcelona.
Von Bilbao nach Orduña
Bilbao ist bekannt für moderne Architektur, lebendige Gassen und köstliche Pintxos. Doch auch ausserhalb der Stadt warten eindrucksvolle Entdeckungen. Ein spannender Ausflug führt mit dem Nahverkehrszug Richtung Orduña, nahe an die spektakuläre Landschaft rund um den Nervión-Wasserfall.
Der Nervión-Wasserfall zählt mit rund 220 Metern zu den höchsten Wasserfällen Spaniens. Besonders nach Regenfällen oder während der schneereicheren Monate zeigt sich die Landschaft von ihrer eindrücklichsten Seite.
Auch Orduña selbst lohnt einen Besuch. Die Stadt präsentiert sich mit einem historischen Ensemble, dessen Mittelpunkt ein grosser Arkadenplatz bildet. Hier treffen baskische Geschichte, ländliche Ruhe und eindrückliche Natur aufeinander. Wer Bilbao um ein ursprünglicheres Erlebnis ergänzen möchte, findet hier ein überraschend vielseitiges Ziel.
Von Sevilla nach Jaén
Von Sevilla aus führt die Bahn quer durch Andalusien in Richtung Jaén. Unterwegs zeigt sich eine Landschaft, die untrennbar mit dieser Region verbunden ist: Olivenhaine, so weit das Auge reicht. Aus diesem «Meer aus Olivenbäumen» stammt ein grosser Teil des flüssigen Goldes Spaniens — des Olivenöls.
Jaén ist weniger bekannt als Sevilla, Córdoba oder Granada, doch genau das macht den Reiz der Stadt aus. Sie verfügt über ein reiches kulturelles Erbe und liegt inmitten einer eindrücklichen Landschaft. Schon von weitem fällt der Felsvorsprung auf, auf dem die Burg Santa Catalina und der Parador de Turismo nebeneinander liegen.
Wer gut zu Fuss ist, kann den rund vier Kilometer langen Aufstieg vom Stadtzentrum aus unternehmen. Oben angekommen öffnet sich ein weiter Blick über die Stadt und das grüne Meer der Olivenhaine — ein stiller, eindrücklicher Abschluss einer Andalusienreise mit dem Zug.